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Rassismus in Rock und HipHop

12. Juni 2026

Täglich werden die Grenzen der Demokratie durch neue extremistische oder radikale Songs in Frage gestellt. Rassismus, Extremismus und Antisemitismus sind zum Alltag in der gesamten Musiklandschaft geworden. Doch wo genau beginnt eigentlich Rassismus? Ein Vortragsabend von Ismaning bleibt bunt e.V. diskutierte die nicht immer einfache Definition an Beispielen aus Rock und HipHop.

Täglich werden die Grenzen der Demokratie durch neue extremistische oder radikale Songs in Frage gestellt. Rassismus, Extremismus und Antisemitismus sind zum Alltag in der gesamten Musiklandschaft geworden. Zugleich werden Künstler*innen und Veranstalter*innen zunehmend solcher Vorwürfe bezichtigt – weil die Kriterien dafür, was als rassistisch bezeichnet wird, ebenfalls immer mehr werden. Wo genau beginnt nun eigentlich Rassismus?

Unterstützt vom Bayerischen Verein für Toleranz, Demokratie und Menschenwürde e.V. ging der Rocksoziologe Dr. Rainer Sontheimer am 9. Juni auf Einladung von Ismaning bleibt bunt e.V dieser Frage nach. Er zeigte anhand von Beispielen aus Rockmusik und HipHop, wie schwierig und komplex eine fundierte Analyse und eindeutige Bestimmung rassistischer Zuschreibungen in der Praxis für Veranstalter und Verantwortliche tatsächlich ist.

Zugleich versuchte er, die Demokratie als Raum für Toleranz, Kontroversen und Vielfalt stark zu machen und vor Vereinnahmung durch Extremisten zu schützen.

Auf sehr unterhaltsame Weise berichtete er in seinem Vortrag aus seiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Gutachter für das „Backstage“ in München. Dort kommt er immer dann zum Einsatz, wenn ein Auftrittsverbot für Bands gefordert wird. Er öffnete dem Publikum die Augen dafür, dass Rassismus nicht einfach eine Definition in einem Lehrbuch ist, sondern Aussagen und Verhalten stets in einem Kontext betrachtet werden müssen. So hielt er dem gespannten Publikum den Spiegel vor, das Ausschnitte eines Liedes zunächst als rassistische einschätzte, der Text sich in seiner Gesamtheit aber definitiv nicht als rassistisch, sondern als humoristisch entpuppte. Auch die Frage nach der „Rehabilitation“ von Bands oder Sängerinnen und Sängern sowie die Trennung von Werk und Autor wurde lebhaft diskutiert.

Dr. Rainer Sontheimer analysiert als Texter und Speaker die Rock- und Metal-Kulturen in ihren gesellschaftlichen, philosophischen und politischen Facetten. Bekannt wurde er mit seiner These über Metal-Fans als konservative Spießbürger sowie mit seiner Diplomarbeit über Rammstein. Er ist u. a. Kolumnist beim Magazin „Rock Hard“ und berät ehrenamtlich Organisationen und Veranstalter bei politisch umstrittenen Künstler*innen.

Hauptberuflich ist er als politischer Referent für Bildung, Forschung und für Kirchen der CSU tätig.


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