Bei der Langen Nacht der Demokratie in Altötting, die vom Bayerischen Verein für Toleranz, Demokratie und Menschenwürde e.V. gefördert wurde, stand am 2. Oktober 2026 die Frage im Mittelpunkt, wo Meinungsfreiheit endet und Extremismus, Gewalt, Sexismus oder Rassismus beginnen. Nach einem Impuls von einer jungen syrischen Frau, die derzeit die 13. Klasse des örtlichen Gymnasiums besucht, diskutierten Fachleute und Publikum in der Kirche „Zum Guten Hirten“ über Verantwortung im schulischen und alltäglichen Umfeld sowie darüber, wie Betroffene unterstützt werden können.


Der Sprecher des Bayerischen Bündnisses für Toleranz, Landesbischof Christian Kopp, machte sehr eindrücklich die Verantwortung der Kirchen deutlich: „So ein Verhalten der Kirche wie ab 1933 darf nie wieder geschehen.“ Er rief insbesondere alle Christinnen und Christen auf, Haltung zu zeigen, sich zusammenzuschließen und im Gespräch zu bleiben. Besonders im Hinblick auf die Wahlen in Sachsen- Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, so seine Kernbotschaft, komme es darauf an, zusammenzustehen. „Ich wünsche mir von jedem Christen, dass er immer klar Position bezieht gegen jegliche Form von Rassismus und gegen jede Form von Menschenfeindlichkeit, das ist mein Anspruch auch an mich selbst.“
Politikwissenschaftler Florian Brunner, der Moderator des Abends, nahm den Ball in seinem Schlusswort noch einmal auf und bat darum, Courage zu zeigen, „wenn irgendwo etwas aufkeimt, wenn jemand Menschenfeindliches sagt oder Diskriminierendes tut, sei es in der Schule, in der Kirche, einem Verein oder wo auch immer“. In eine ähnliche Kerbe hatte auch die Hauptorganisatorin des Abends, Sozialpädagogin Claudia Lewien, zu Beginn der Podiumsdiskussion geschlagen: „Treten Sie mit uns in den Diskurs, auch quer und schräg geschossen. Nur so können wir einander verstehen und aufeinander zugehen.“
Wir sind Bayerns größter Zusammenschluss aus staatlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren sowie Religionsgemeinschaften, um unsere Demokratie und die Achtung der Menschenwürde zu stärken und Rechtsextremismus, Antisemitismus und Rassismus zu bekämpfen.