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Demokratie lebt vom Mitmachen und Zuhören!

17. September 2026

Zum Internationalen Tag der Demokratie rief Landesbischof und Bündnissprecher Christian Kopp dazu auf, die Menschen in den Blick zu nehmen, die unsere Demokratie stark machen.

Landesbischof und Bündnissprecher Christian Kopp zum Tag der Demokratie: Freiheit braucht Verantwortung und Räume der Begegnung

Zum Internationalen Tag der Demokratie am Dienstag, 15. September 2026, rief Christian Kopp, dazu auf, den Blick nicht nur auf die Gefährdungen der Demokratie zu richten, sondern auch auf das, was sie stark macht: Menschen, die Verantwortung übernehmen, sich einbringen, zuhören und das gesellschaftliche Miteinander gestalten. „Demokratie lebt vom Mitmachen und Zuhören. Sie lebt davon, dass alle eine Stimme haben und gehört werden. Und sie lebt von Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen – in politischen Ämtern genauso wie im Alltag, in der Familie, in der Nachbarschaft, im Verein und in der Kirche“, sagte Kopp.

Angesichts eines wachsenden Vertrauensverlusts in demokratische Institutionen und zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung sei es wichtig, auch die Geschichten gelingenden Miteinanders zu erzählen. „Demokratie ist oft mühsam. Sie verlangt Gespräche, Kompromisse und die Bereitschaft, andere Positionen auszuhalten. Nicht jeder kann alles bekommen, damit alle etwas bekommen. Genau darin liegt ihre Stärke: Es geht nur gemeinsam“, so der Sprecher des Bayerischen Bündnisses für Toleranz.

Demokratie, das sind wir alle

Diese Verantwortung kann man nicht delegieren, betonte Kopp: „Demokratie, das sind wir alle. Deshalb kann keiner sagen: Was ich mache, bewirkt sowieso nichts. Jede und jeder kann etwas beitragen.” Dazu brauche unsere Freiheit aber einen schützenden Rahmen: „Die unverlierbare Würde jedes Menschen, die Gleichheit und Teilhabe aller und den Respekt vor der Freiheit des anderen.“ Wo Menschen ausgegrenzt werden oder ihnen gesellschaftliche Teilhabe verwehrt wird, sei deshalb nicht allein ihre Freiheit betroffen. „Wo dieser Freiraum Menschen genommen wird, ist er für alle bedroht. Demokratie schützt die Freiheit nicht nur der Mehrheit, sondern gerade auch derjenigen, die Schutz brauchen.“

Demokratie braucht Orte der Begegnung

Demokratische Kultur entsteht für Kopp nicht allein in Parlamenten und Rathäusern. Sie wächst überall dort, wo Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen, Überzeugungen und Lebensgeschichten zusammenkommen, miteinander sprechen und Verantwortung füreinander übernehmen. „Schützen wir den Freiraum, den Demokratie uns gibt.“

Der Bündnissprecher warnt zugleich vor politischen Heilsversprechen und vermeintlich einfachen Antworten auf komplexe gesellschaftliche Herausforderungen. Demokratie bedeute häufig kleinteilige und mühsame Aushandlung. Gerade dadurch ermögliche sie aber, unterschiedliche Interessen und Bedürfnisse zu berücksichtigen. „Bleiben wir im Gespräch, auch wenn die Meinungen weit auseinandergehen. Setzen wir uns für diejenigen ein, die zu oft überhört werden. Stellen wir das gemeinsame Wohl in den Mittelpunkt und verhindern wir, dass soziale Schichten und Milieus immer weiter auseinanderdriften“, appellierte Kopp. Der Internationale Tag der Demokratie sei deshalb auch eine Einladung, im eigenen Umfeld nach Möglichkeiten zum Engagement zu suchen. „Überall in Bayern gibt es Orte, an denen Menschen sich einbringen und Freiheit, Menschenwürde, Gleichheit, Teilhabe und sozialen Ausgleich verantwortlich leben können. Demokratie ist nichts, was andere für uns erledigen. Sie lebt davon, dass wir sie gemeinsam gestalten.“


Wir sind Bayerns größter Zusammenschluss aus staatlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren sowie Religionsgemeinschaften, um unsere Demokratie und die Achtung der Menschenwürde zu stärken und Rechtsextremismus, Antisemitismus und Rassismus zu bekämpfen.


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